Heute vor 32 Jahren startete mein Lebenslauf in Braunschweig.
Wo bin ich jetzt? Wie bin ich dahin gekommen?
Zur Zeit sitze ich auf unserem Sofa in Gudensberg, Nordhessen und genieße die Ruhe. Auf dem Tisch steht eine Flasche Wein, die Geburtstagskerzen brennen noch und aus den Babyphonen kommt kein Geräusch - Stille, Zeit zum Erinnern.
Kindheit, Sturm und Drang im Oderblick verbracht, Ausflug nach Wiedenest zum Kennen lernen meiner Grenzen und Erweitern meines Horizonts, Studium als Weg zu meinem Traumberuf und zwischendrin viel Herzschmerz bis ich den Mann gefunden habe, der meine Top Ten Liste erfüllte.
Erlebnisse, die mich geprägt und geformt haben, kreuzten meinen Lebensweg: der Unfall, der mir die Sicherheit nahm; der Spanner auf dem Dach, der mir zeigte, das skurile Dinge auch mir und nicht nur im Fernsehen passieren; die erste Beerdigung, bei der ein Mensch viel zu schnell endgültig weg war und mir meiner Vergänglichkeit bewusst wurde; meine Hochzeit und die Geburten meiner beiden Söhne - die schönsten und schwierigsten Tage meines Lebens, da danach nix mehr so war wie vorher.
Und jetzt, wie gehts weiter? Haus bauen, nebenbei ein Gruppenhaus betreiben, ab Januar wieder voll als Lehrerin arbeiten - ist ja nur ein Halbtagsjob (Gruß an alle Lästermäuler) - und damit das Wissen, dass Gudensberg die nächsten Jahre, Jahrzehnte den Rahmen unseres Lebens bildet.
Puh, da liegt noch einiges an Arbeit vor uns. Aber der Rückblick hat mir gezeigt, dass ich immer Leute hatte, die mit mir Dinge ge- und ertragen haben. Wie viele Tränen wurden von lieben Freundinnen abgewischt, weil das mit dem Traummann nicht so einfach war. Wie oft haben mir Menschen zur Seite gestanden, wenn ich in Sachen eigener Gesundheit, vor allem nach dem Unfall, echt am Ende war. Wie viele liebe Worte habe ich in der schwierigen Zeit nach meinem Abi gehört.
Der Rückblick macht mich dankbar für jeden lieben Menschen, der mitgegangen ist, einen Teil oder die ganze bisherige Strecke. Mittlerweile bin ich auch an dem Punkt, an dem ich wieder in anfangen kann in Gott zu ruhen, auch wenn ich weiß, dass es keine absolute Sicherheit gibt und auch ihm wieder mit dankbaren Herzen gegenüber trete. Daher freue ich mich auf die nächsten 32 Jahre. Dann ist das Haus gebaut und abbezahlt, die Jungs nicht nur allein im Kindergarten, sondern schon ausgezogen und ich vielleicht schon Oma. Also langweilig wird es wohl nicht.